Sehstörungen Therapiekonzept periphere und zentrale Sehstörungen
Veränderungen
von Sehleistungen treten oft nach
Hirnschädigungen
auf. Ca. 25% der Patienten sind davon betroffen. Zum Beispiel kann es nach einem
Schlaganfall zu einem Gesichtsfeldausfall kommen, nach Schädelhirntraumen sind
Störungen der Augenmotorik (z.B. der Konvergenzbewegung und der
Akkommodationsbreite) und der Fusion häufig. Patienten mit diesen Sehstörungen
haben z.B. Probleme beim Lesen, beim Gehen werden Gegenstände übersehen,
wodurch erhöhte Sturzgefahr besteht, die Tiefe der Treppenstufen kann erschwert
eingeschätzt werden, was zu Unsicherheit führt.
Eine
beim Augenarzt durchgeführte Routineuntersuchung der Sehstörungen hilft oft nicht bei der
Ursachenklärung für die vom Patienten geäußerten Beschwerden im visuellen
Bereich. Auch werden häufig therapeutische Maßnahmen zur Behebung der Sehstörungen
auf einen späteren Zeitpunkt verschoben oder, z.B. bei einem
Gesichtsfeldausfall oder –defekt, gar nicht angeboten. Dabei können beeinträchtigte
Sehleistungen oft schon kurze Zeit nach Hirnschädigung bei ausreichender
Aufmerksamkeitsleistung der Patienten therapiert werden. Diagnostik der Sehstörungen
Die
Befunderhebung bei Sehstörungen erfolgt im Bereich der Neuropsychologie. Neben
der ausführlichen Anamnese cerebraler und peripherer Sehstörungen und einer Überprüfung
alltagsrelevanter Sehleitungen, wie z.B. die Lesefähigkeit und die visuelle
Exploration, werden unter anderem folgende Parameter überprüft:
Peripheres
Sehen: Sehschärfe
Stereosehen (räumliches Tiefensehen)
Augenstellung (Schielen, Doppelbilder)
Augenmotorik (Konvergenzbewegung, Akkommodationsbreite)
Zentrales
Sehen: Gesichtsfeld
Kontrastsehen
Hell- und Dunkeladaptation
Fusion
Therapie der Sehstörungen Das therapeutische Vorgehen bei
Sehstörungen basiert
auf dem Befund sowie den individuellen Bedürfnissen des Patienten. Das primäre
Ziel ist, die beeinträchtigte Sehleistung zu verbessern. So ist z.B.
Verschwommen- und/oder Doppelsehen, das durch eine beeinträchtigte
Konvergenzbewegung und/oder Akkommodationsfähigkeit verursacht wird, oft durch
bestimmte Augenübungen zu beheben. Ist es nicht möglich, die Sehstörungen
durch entsprechende Therapiemaßnahmen zu beheben, z.B. bei einem
Gesichtsfeldausfall, werden den Patienten Kompensationsstrategien vermittelt, um
den Alltag bewältigen zu können. So werden bei einem Gesichtsfeldausfall Übungen
durchgeführt, so dass die entsprechende Person in der Lage sein wird, wieder
Lesen und sicher am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Bei Sehstörungen - wie eine
reduzierte Kontrastempfindlichkeit und/oder Störung der Hell- oder
Dunkeladaptation - treten Probleme z.B. bei Lesen auf. In diesen Fällen müssen
für den Patienten adäquate Umweltbedingungen geschaffen werden mittels
entsprechender Beleuchtungskörper oder Filter, um die Auswirkung der Sehstörungen
so gering wie möglich zu halten. Schon während des stationären Aufenthaltes wird in schwierigen Fällen mit Neuroophthalmologen benachbarter Augenkliniken zusammengearbeitet. Auch besteht eine enge Kooperation mit der Blindenstudienanstalt in Marburg. Falls die Sehstörungen nicht bis zur Entlassung des Patienten behoben werden konnte, wird dem Patienten und dessen Angehörigen ein Befundbericht und eine entsprechende Kontaktadresse mitgegeben. Weitere Auskünfte erhalten Sie gerne von: E. K. Meier
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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